Verein zur Erhaltung der Hohnekirche e.V.

Beeh-Lustenberger, Suzanne
Raumverwandlung durch Fensterverglasung vom 13. Jahrhundert bis heute am Beispiel der Hohnekirche in Soest.
In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest 28 (1998), S. 15-28.

Böker, Hans Josef
Die romanische Sakralarchitektur der Stadt Soest.
In: Wilfried Ehbrecht (Hrsg.): Soest - Geschichte der Stadt, Bd. 1. Soest 2010, S. 751-874.

Bongardt, Eva-Maria
Die Nordchornische der Kirche St. Maria zur Höhe in Soest –
Katharina zu Gast bei der Marienkrönung.
In: Soester Zeitschrift 125 (2013), S. 113-134.

Brülls, Holger
Jochem Poensgen - Architektur des Lichts. Werke - Entwürfe - Texte 1956-2012. Regensburg 2013.

Claussen, Hilde; Endemann, Klaus
Entdeckungen am Scheibenkreuz.
In: Soester Zeitschrift 84 (1972), S. 59-62.

Deus, Wolf-Herbert
Scheibenkreuze in Soest, auf Gotland und anderswo. Soest 1967.

Elbert, Dirk; Maas-Steinhoff, Ilse
Maria zur Höhe in Soest, genannt Hohnekirche. Berlin, München 2010.

Engemann, Josef
Das Hauptportal der Hohnekirche in Soest: die Reliefdarstellungen und ihre Bedeutung. Münster 1991 (Westfalen, Sonderheft 25).

Frisch, Burkhard
Die Heilig-Grab-Nische in der Kirche Maria zur Höhe in Soest und der Zusammenhang von Kunst und Liturgie. Unveröffentl. Examensarbeit, Bonn 1990.

Goege, Günter
Über den Versuch einer Entrestaurierung der mittelalterlichen Wandmalereien in der Hohnekirche.
In: Soester Zeitschrift 80 (1968), S. 85-92.

Heritage, Adrian
Der Katharinenzyklus im Nordchor der Soester Hohnekirche: der restauratorische Befund und die Schadensbilder.
In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Außenhaut und Innenleben - Restaurierung von Architekturoberflächen und historischer Ausstattung. Bönen 2007, S. 47-61 (Arbeitsheft des LWL-Amtes für Denkmalpflege in Westfalen 4).

Josephson, Karl
Die Kirche Mariä zur Höhe in Soest i. W. und ihre mittelalterlichen Wandmalereien. Soest 1912.

Lobbedey, Uwe
Romanik in Westfalen, Würzburg 1999.

Luckhardt, Jochen
Spätgotische Tafelbilder für Soest, Anmerkungen zu ihren Bildprogrammen.
In: Heinz-Dieter Heimann (Hrsg.): Soest - Geschichte der Stadt, Bd. 2, Soest 1996, S. 632-682.

Lüdeking, Wilfried
Soest, Maria zur Höhe. 4. Aufl., Soest 1992.

Maas-Steinhoff, Ilse
"Was Moses verhüllt, enthüllt die Lehre Christi": das Scheibenkreuz in der Soester Kirche St. Maria zur Höhe als Symbol der Antithese von Sündenfall und Erlösung.
In: Soester Zeitschrift 111 (1999), S. 9-30.

Reuter, Hannalore
Historische Orgeln in Soest. Münster 2009.

Schwartz, Hubertus
Die Kirche St. Maria zur Höhe. In: Ders.: Soest in seinen Denkmälern, Bd. 2: Romanische Kirchen. Soest 1956, S. 204-240.

Schwartz, Hubertus
Die Wandgemälde der Hohnekirche in Soest im alten Gewande.
In: Westfalen 22 (1937), S. 285-292.

Skriver, Anna / Heiling, Katharina
Bildwelten - Weltbilder.
Romanische Malerei in Westfalen. Münster 2017.

Thümmler, Hans
Der Gründungsbau der Hohnekirche in Soest.
In: Westfalen 37 (1959), S. 115-133.

Am zweiten Advent 2009 wurde der „Lichtort“ eingeweiht, ein Lichtobjekt, das Trost und Hoffnung spenden soll. Es wurde von dem Designer Axel Finke entworfen und orientiert sich vor allem an den Stilelementen des Kirchenraumes. Das untere Gestell des Leuchters – aus Schmiedeeisen – ist in der Bogenstellung den „syrischen Gewölben“ des Mittelschiffs nachempfunden, der obere Teil symbolisiert eine halbierte Weltkugel, die in vier getrennte gleichgroße Segmente geteilt ist. An den durch die Trennwände gebildeten Zwischenräumen kann man quer durch das Kunstobjekt hindurchblicken. So entsteht von oben gesehen ein Kreuz. Durch das besonders verarbeitete Material – spiegelpolierter Stahl – im oberen Teil des Leuchters spiegeln sich sowohl die Deckengewölbe der Kirche als auch die entzündeten Kerzen im Leuchter wider. Der Leuchter, ein Lichtobjekt zum Mitmachen, das eine in sich sakrale geschlossene und skulpturhafte Form bildet, passt sich durch seine Form und Gestaltung, aber auch durch das verwendete Material der Raumarchitektur der Kirche harmonisch an.

 

Nur wenige Zeit später, im März 2010, stellte Axel Finke die von ihm entworfene neue Vitrine im Eingangsbereich der Kirche vor. Sie fällt durch Form und Material zwar sofort ins Auge, passt sich aber durch dezente Gliederung dem Kirchenraum ausgezeichnet an. Die Vitrine nimmt die Formensprache der Kirche auf, das Achteck der Pfeiler, deren Profil und die Quaderstruktur der Mauern. Dominierendes Material ist der heimische Grünsandstein, der von Stahlträgern gehalten wird. So wurde in einer Mischung aus offenen und geschlossenen Fächern eine interessante Form gefunden, um sowohl Informationsmaterial zur Kirche anzubieten als auch gleichzeitig Spendengelder entgegenzunehmen.

Von besonderem kunstgeschichtlichen Wert sind die ungewöhnlich gut erhaltenen Wand- und Deckenmalereien, die 1869 wiederentdeckt und mit äußerster Sorgfalt restauriert wurden. Mit der um 1220 zu datierenden Deckenornamentik erfolgte die Darstellung des Paradieses in Lebensbäumen, Sternen und Tiersymbolen (keines doppelt vorhanden) nach byzantinischen Vorbildern.

 

Bereits seit Anfang der 1990er-Jahre befassten sich die Kirchengemeinde und der Verein mit dem Gedanken, neue Fenster für die Hohnekirche anfertigen zu lassen. Die damals vorhandenen Fenster wurden als Notverglasung nach dem Krieg eingesetzt und zollten dem Zahn der Zeit Tribut: Sie waren schadhaft und mussten ausgewechselt werden.

Die neuen Fenster wurden von Prof. Jochem Poensgen (Soest/Düsseldorf) entworfen und in den Jahren 1993 bis 1997 eingebaut, zuletzt das Fenster in der Taufkapelle 2007. In Grisaille-Technik gestaltet, verzichten sie weitgehend auf Farben, um die der Außenwelt einzubeziehen. Ihre Muster greifen Formen der benachbarten Wandmalerei und die Asymmetrie des Baukörpers auf, beispielhaft zu sehen an den Fenstern im Altarraum sowie in der Heilig-Grab-Nische.

 

Heilig-Grab-Nische

 

Altarraum

 

Taufkapelle

Weitere Fenster der Hohnekirche von Prof. Jochem Poensgen finden Sie bei der Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. unter http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b5586/b5586.shtml.

 

Der Blick entlang des südlichen Seitenschiffs wird aufgefangen von dem romanischen Triumphkreuz aus skandinavischem Fichtenholz, entstanden um 1230; einzigartig auf dem europäischen Kontinent, ist es in Lüstertechnik gearbeitet (polierte Silberfolie unter transparenten farbigen Lacken), strahlendes Siegessymbol der christlichen Kirche. Seine Botschaft ist der universale Triumph der Gnade Gottes über das Gesetz, der Sieg der befreienden Erlösung des Evangeliums über die alttestamentliche Verdammnis.

Die quadratisch unterteilten Flügeltafeln (unten) stellen das Alte Testament als Zeit des Gesetzes dar. Ein Vorhang im Teppichmuster verbirgt die Gnade Gottes noch hinter dem Vorhang der Gesetzeslade. Karges Blattwerk in jedem Quadrat sowie Tugend- und Lastermotive verweisen auf den Baum der Erkenntnis, der nach dem Sündenfall zum Baum des Todes wurde, darüber erhebt sich als Sinnbild des Neuen Testaments die Kreuzesscheibe, die den Kosmos als umspannende Gnade Gottes symbolisiert (Breite 345 cm, Höhe 389 cm). Der Kreuzesstamm treibt reiches Weinlaub: Das Symbol des Todes verwandelt sich durch das Erlösungswerk Christi in den Stamm des Lebensbaumes, der das wahre Leben schenkt.

Die Scheibenumschrift weist auf Christi Erlösertod hin.

 

 

 

 

 

 

Die runden Medaillons zeigen einen Zyklus von Ereignissen vor Jesu Tod.

Links: Vier mögliche Deutungen: Vorführung der Ehebrecherin, Lehrtätigkeit Christi im Tempel nach seinem Einzug in Jerusalem, Verspottung Jesu (Verhör vor Kaiphas), Gerichtsszene vor Pilatus.
Rechts: Einzug in Jerusalem; im Maulbeerbaum sitzend Zachäus (!).

         

Links: Garten Gethsemane in zwei Szenen.
Rechts: Judaskuss und Gefangennahme Jesu, Petrus schlägt Malchus ein Ohr ab.

         

Die Quadrate beziehen sich auf Ereignisse nach Jesu Tod.

Links: Grablegung.
Rechts: Vorhölle.

         

Links: Das leere Grab am Ostermorgen.
Rechts: Himmelfahrt (Füße Christi am Boden, Hand schon bei Gottvater).

 

         

Die nach der Inschrift am erhaltenen Gehäuse 1679 erbaute Orgel kann mit großer Wahrscheinlichkeit Johannes Lohoff zugeschrieben werden. 1730 fügte der große westfälische Orgelbauer Johann Patroklus Möller – der übrigens in der Hohnekirche getauft wurde – der Orgel ein Rückpositiv hinzu. 1889 baute Friedrich Meyer aus Herford eine neue Orgel in das alte Gehäuse mit neuer farblicher Fassung. 1912 erhielt die Orgel durch die berühmte Firma Walcker ein elektrisches Gebläse. Heute steht hinter dem Prospekt von 1679 und dem nach einem überlieferten Foto rekonstruierten Rückpositiv von Johann Patroklus Möller eine neue Orgel von Paul Ott, Göttingen, aus dem Jahr 1967.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 1450 entstanden; Baumberger Sandstein mit einer Fülle gotischer Schmuckelemente.

Spätgotischer volkreicher Kalvarienberg des „Meisters von Liesborn“, um 1470 entstanden; das vorzüglichste der in Soest verbliebenen sakralen Tafelbilder, niederländisch beeinflusst und möglicherweise Ausdruck der Reformbewegung „Devotio Moderna“, zeigt in fünf Szenen Christi Kreuzweg und Tod, aber auch schon die Erlösung Verstorbener.

 

 

 

Um 1240 entstanden, ist der Engelreigen das Glanzstück der Deckenmalerei. Byzantinisch geprägte Darstellung der Kirchenpatronin Maria als Himmelskönigin mit dem Christusknaben als Weltenrichter auf dem Thron Salomonis, daneben Johannes der Täufer und der Apostel Johannes, umgeben von 16 Engeln in schweren byzantinischen Gewändern. Motivparallelen weisen nach Palermo/Sizilien.

Unterhalb des Schmuckfrieses mit Prophetenmedaillons folgen an der Stirnseite des Chores links Daniel in der Löwengrube, darunter der zwölfjährige Jesus im Tempel.

Rechts: Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, darunter die Taufe Christi im Jordan.

In den Zwickeln alttestamentliche Szenen, die in typologischem Sinnzusammenhang zum Neuen Testament stehen.

Von links: Abraham bewirtet die drei Engel; die Opferung Isaaks; Moses und die Erhöhung der ehernen Schlange; Elias begegnet der Witwe von Sarepta.

 

Der Hauptchor ist das Zentrum und das Glanzstück der Kirche mit seiner vollständigen Ausmalung mit typologischen biblischen Motiven (Szenen aus dem Alten Testament mit Bezügen zum Heilsgeschehen des Neuen Testaments), dem berühmten lebendigen „Engelreigen“ mit Maria und dem Jesuskind an der Decke nach byzantinischen Vorbildern, dem Altarbild des Meisters von Liesborn mit seinen zahlreichen Details sowie dem hochgotischen Sakramentshäuschen.

 

 

Der Hauptchor ist das Zentrum und das Glanzstück der Kirche mit seiner vollständigen Ausmalung mit typologischen biblischen Motiven (Szenen aus dem Alten Testament mit Bezügen zum Heilsgeschehen des Neuen Testaments), dem berühmten lebendigen „Engelreigen“ mit Maria und dem Jesuskind an der Decke nach byzantinischen Vorbildern, dem Altarbild des Meisters von Liesborn mit seinen zahlreichen Details sowie dem hochgotischen Sakramentshäuschen.

Der Katharinenchor mit Darstellung der Marienkrönung und der Katharinenlegende fängt den Blick entlang des nördlichen Seitenschiffs auf.

Katharina, im Spätmittelalter die populärste Heilige nach Maria, ist historisch nicht belegt. Der Legende nach lebte sie um 300 n. Chr. als hoch gebildete Königstochter von der Insel Zypern in Alexandria, wo sie der Christenverfolgung durch den römischen Kaiser (es mag Maximinus, Maximian oder dessen Sohn Maxentius, der Gegenspieler Konstantins des Großen, gewesen sein) entgegentrat. In der Nordchornische ist die Katharinenlegende in sechs Bildern beiderseits der Fenster dargestellt. Der ausführliche Zyklus ihres Martyriums entstand um 1260 in spätem „Zackenstil“ (zackiger Saum der Gewänder).

Links oben: Katharina verweigert die vom Kaiser geforderte Götzenanbetung.

Rechts oben: Katharina ist standhaft gegenüber 50 heidnischen Gelehrten; diese büßen ihr Versagen im Feuer.

Links unten: „Radwunder“, Blitz und Donner sprengen Katharinas Folterrad.

Rechts unten: Katharina vor ihrer Enthauptung, ein Engel erwartet ihre Seele.

An der Decke: Jesus krönt seine Mutter und Kirchenpatronin Maria zur Himmelskönigin. Außergewöhnlich reiches Relief in hervortretendem Goldstuck. Rechts daneben (aus der Sicht des Betrachters) Katharina mit Buch, links Maria Magdalena (später Zackenstil).

Der Katharinenchor wurde in 2012 u. a. mit Mitteln des Vereins restauriert.

 

Die Kopie des Heiligen Grabes zu Jerusalem, schon beim Bau analog zu seinem Vorbild der Nordwand eingefügt, bezeugt die bewegende Strahlkraft der Kreuzzüge zur Bauzeit (1187 schwere Niederlage der Kreuzfahrer mit Verlust Jerusalems). Sie diente möglicherweise der Ablage von Hostie und Kelch, Kreuz oder Korpus für symbolische Grablegungen der Passions- und Osterliturgie. Die äußeren Säulen wurden nachträglich ergänzt, die Ausmalung aus der Zeit um 1240 enthält Szenen aus den biblischen Ereignissen zwischen Christi Tod und Himmelfahrt.

Unmittelbar unter dem Fenster der Gekreuzigte. Links davon der Hauptmann Longinus mit der Lanze, weiter links Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jakobus‘ des Kleinen, und Salome als Zuschauerinnen, die der ohnmächtigen Maria beistehen, sowie der Jünger Johannes, der Maria in seinen Armen hält. Gegenüber steht Stephaton, den Ysop-Stab mit dem Essigschwamm reichend. Rechts daneben Juden mit spitzen Hüten und römische Soldaten.

Auf den Fensterlaibungen das Ostergeschehen: Links die drei Frauen am Grab, gegenüber das leere Grab mit dem Engel, Bote der Auferstehung Christi. Darüber: Die Siegesfahne schwingend, entsteigt Christus dem Grab, davor die schlafenden Kriegsknechte.

Oberhalb der Kreuzigungsszene, auf beiden Seiten des Fensters: Die Erscheinung des auferstandenen Christus als Gärtner bei Maria Magdalena.

In der linken Fensterlaibung oberhalb der drei Frauen die Himmelfahrt Christi, seine Fußspuren sind noch auf dem Erdkreis sichtbar. Als zentraler Höhepunkt und Abschluss das Lamm mit der Siegesfahne, der Triumph des Gekreuzigten.

 

Die Taufkapelle entstammt dem Vorgängerbau. Ihren Zugang bilden drei Säulen, die dessen nördlichen Turmpfeiler abfangen. Der romanische Taufstein (geschaffen um 1180) stand offenbar schon vor Vollendung der Kirche an seinem Platz. Seine Halbreliefs zeigen Christus, Maria, Johannes mit Lamm und sechs Apostel. – Die Taufkapelle ist in 2007 mit Beteiligung des Vereins restauriert worden.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

§  Einblick

Die Bauform der Hallenkirche vermittelt optische Weiträumigkeit durch eine Vielzahl reizvoller Perspektiven und Durchblicke, die allen Raumteilen gerecht wird. Beim Betreten der Kirche richtet sich der Blick frontal auf die Heilig-Grab-Nische, quer durch das Mittelschiff auf das nördliche Seitenschiff mit seiner Apsis, dem Katharinenchor, auf den Hauptchor mit dem Altarbild sowie entlang des südlichen Seitenschiffs auf das Scheibenkreuz.

Es ist davon auszugehen, dass sämtliche Kunstwerke mit der Architektur des Kirchenraums zusammenspielen, es ein Gesamtprogramm gibt.

 

 

 

Entgegen der überwiegend anzutreffenden Ost-West-Ausrichtung (Ostung) mittelalterlicher Sakralbauten ist hier dieses Prinzip verlassen; das Hauptportal befindet sich im Süden.

 

Dominierend ist das Tympanon: In den Hauptszenen werden Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Jesu dargestellt.

 

Geburt: Engel an Marias Ruhelager, darüber das Kind auf dreibogigem symbolischen Altartisch, oberhalb davon Ochs und Esel; am Vierpass-Bogen Joseph mit Judenhut.

Kreuzigung: Über dem Kreuz trauernde Gestirne; der Mond als Symbol für das Alte Testament (Synagoge = Tod), die Sonne für das Neue Testament (Ekklesia = Leben).

Auferstehung: Frauen am leeren Grab.

 

Die Vierpassumschrift um die Mittelszene verweist auf das Zuversicht vermittelnde Erlösungswerk Christi.

Die Unterschrift unter dem Tympanon enthält als Chronogramm mit der Zahl 1671 das Jahr der Wiederherstellung der Kirche nach einem Turmeinsturz.

Die Pfarrkirche der evangelischen Kirchengemeinde Maria zur Höhe, Soest, im Volksmund Hohnekirche genannt, wurde etwa um 1120 gebaut. Dieses bedeutende Bauwerk westfälischer Romanik zeigt besonders deutlich, dass der mittelalterliche Christ seine Kirche als Abbild des Himmlischen Jerusalem schuf, getreu der biblischen Vision des Johannes, in der es heißt: „ … und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein“ (Offenbarung 21, 3).

 

Im Westwerk sind Bauteile einer noch etwa 20 Jahre älteren schlanken doppeltürmigen Kirche erkennbar. Der Kirchenraum (grau unterlegt) ist breiter als lang (22 : 16 m). Als habe man mit Bauformen experimentiert, weist er viele Unregelmäßigkeiten auf (z. B. Sockelhöhe, Fensterform, Turmwand, Gewölbe). Die wuchtigen Säulen erscheinen betont solide.

 

Quelle: Thümmler, wie im Literaturverzeichnis, S. 118, Zeichnung von Winfried Preis

Als eine der ersten Hallenkirchen im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik wirkte St. Maria zur Höhe stilbildend in Westfalen. Die Kirche wurde etwa ab 1180, also Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts, aus heimischem Glaukonit errichtet. Hochberühmt sind ihre Wand- und Deckenmalerei und das sog. Scheibenkreuz.

Das Gotteshaus entstand zur Zeit der Staufenkaiser als Pfarrkirche der „Osthofe“, nachdem es die stürmische Entwicklung der Stadt erforderlich gemacht hatte, die Urpfarre St. Petri in sechs Sprengel zu unterteilen. Soest war größter Marktort Westfalens und östliche Nebenresidenz des Erzbischofs von Köln geworden. Mit hiesigen Kaufleuten an führender Position stand die Hanse im Begriff, den Ostseeraum zu erschließen. Parallel dazu drangen infolge der Kreuzzüge byzantinische Kultur und arabische Einflüsse verstärkt nach Westfalen vor.

 

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Überblick

Als eine der ersten Hallenkirchen im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik wirkte St. Maria zur Höhe stilbildend in Westfalen. Die Kirche wurde etwa ab 1180, also Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts, aus heimischem Glaukonit errichtet. Hochberühmt sind ihre Wand- und Deckenmalerei und das sog. Scheibenkreuz.

Das Gotteshaus entstand zur Zeit der Staufenkaiser als Pfarrkirche der „Osthofe“, nachdem es die stürmische Entwicklung der Stadt erforderlich gemacht hatte, die Urpfarre St. Petri in sechs Sprengel zu unterteilen. Soest war größter Marktort Westfalens und östliche Nebenresidenz des Erzbischofs von Köln geworden. Mit hiesigen Kaufleuten an führender Position stand die Hanse im Begriff, den Ostseeraum zu erschließen. Parallel dazu drangen infolge der Kreuzzüge byzantinische Kultur und arabische Einflüsse verstärkt nach Westfalen vor.